Do
10
Jun
2010
Völlige Hingabe an Gott - Jüngerschaft
Herr, ich habe dir in Ewigkeit mein Ja gegeben. Lass mich niemals die Hand, die ich an den Pflug gelegt habe, wieder zurückziehen. Lass mich den Weg des Kreuzes, der vor mir liegt, erkennen und kompromisslos gehen. Fülle mich mit Liebe, dass kein Platz für eigenwillige Gedanken oder Schritte bleibt.
Gleich zu Anfang die Erinnerung an Jesu Worte: "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun." (Johannes 15,5)
Der Herr Jesus sucht immer noch Menschen die sich ihm völlig Hingeben. Einzelne, die ihm treu nachfolgen möchten. Doch der Herr Jesus stellte hohe Anforderungen an die, die seine Jünger sein wollen – Ansprüche, die in unserem heutigen bequemen Leben weitgehend übersehen werden. Hier sind einige Bedingungen, wie sie uns vom Heiland dargelegt wurden:
1. Alles übersteigende Liebe zu Gott
"Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein;" (Lukas 14,26)
Das bedeutet nicht, dass wir Abneigung oder böse Absichten gegenüber unseren Verwandten im Herzen tragen sollen. Es bedeutet vielmehr, dass unsere Liebe zu Christus so gross sein soll, dass jede andere Liebe im Vergleich dazu "hass" ist. Der schwerwiegendste Punkt in diesem Vers ist jedoch der Ausdruck: »… dazu aber auch sein eigenes Leben.« Die Eigenliebe (Stichwort: Egoismus) ist eines der am schwersten zu überwindenden Hindernisse für die Jüngerschaft. Nicht eher, als wir willig sind, unser Leben völlig für ihn hinzugeben, sind wir an dem Platz, an dem er uns haben will.
2. Verleugnung des eigenen Ich's
"Dann sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach! (Matthäus 16,24)
Verleugnung des eigenen Ich's bedeutet mehr als nur Enthaltsamkeit oder ein Verzicht auf bestimme Vergnügungen... (soll nicht heissen das ein Nachfolger Jesu nicht heiraten darf / soll). Nicht mein Wille, sondern Gottes Wille geschehe.
3. Wohlüberlegte Wahl des Kreuzes
"Dann sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach! (Matthäus 16,24)
Das Kreuz ist ein Weg, der nach Überlegung entschieden gewählt wurde. Das Kreuz veranschaulicht die Schande, Verfolgung und Schmach, mit der die Welt den Sohn Gottes überhäufte und welche die Welt auch auf alle die laden will, die sich entschieden haben, gegen den Strom zu schwimmen. Verachtung und Hass gilt es von der Welt zu erdulden. "Wundert euch nicht, Brüder, wenn die Welt euch hasst." (1. Johannes 3,13)
"Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden werden um meinetwillen. Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren." (Matthäus 5,11-12)
4. Ein Leben in der Nachfolge Christi
"Dann sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach! (Matthäus 16,24)
"und folge mir nach!" »Was kennzeichnete das Leben des Herrn Jesus?« Es war ein Leben des Gehorsams gegen über Gott. Es war ein Leben des selbstlosen Dienstes an anderen. Es war ein Leben der Geduld, des Leidens und der Ausdauer trotz boshafter Misshandlungen. Es war ein Leben voller Eifer, ein Leben der Selbstbeherrschung, der Sanftmut, der Freundlichkeit, der Treue und der Hingabe.
5. Innige Liebe zu allen Christen
"Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt." (Johannes 13,35)
Das ist die Liebe, die andere höher achtet als sich selbst. Es ist die Liebe, welche
die Menge der Sünden bedeckt. Es ist die Liebe, die langmütig und freundlich ist.
"Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig, sie neidet nicht , die Liebe tut nicht groß, sie bläht sich nicht auf, sie benimmt sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet Böses nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit; sondern sie freut sich mit der Wahrheit, sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles." (1. Korinther 13,4-7)
6. Stets in seinem Wort bleiben
"Jesus sprach nun zu den Juden, die ihm geglaubt hatten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger;" (Johannes 8,31)
Rechte Jüngerschaft muss von Dauer sein. Man kann einen guten Anfang machen und mit flammender Begeisterung losstürmen, aber die Probe auf die Echtheit ist das Ausharren bis zum Ende. "Jesus aber sprach zu ihm: Niemand, der seine Hand an den Pflug gelegt hat und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes." (Lukas 9,62)
7. Alles aufgeben, um IHM zu folgen
"So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein." (Lukas 14,33)
Zunächst sollten wir die nachstehenden, unverrückbaren Wahrheiten näher anschauen:
a) Jesus stellte diese Forderung nicht einer bestimmten auserwählten Gruppe christlicher Arbeiter. Er sagte: »So kann nun keiner von euch«
b) Er sagte auch nicht, dass wir nur den guten Willen zu haben brauchen, allem zu entsagen. Er sagte: »So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt,«
c) Er sagte auch nicht, dass wir nur einem Teil unseres Besitzes entsagen sollen. Er sagte: »So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, …«
d) Er sagte auch nicht, dass eine weniger entschiedene Form der Jüngerschaft für denjenigen möglich ist, der an seinem Besitz festhält. Jesus sagte: »So kann nun keiner von euch, der nicht
allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein.«
Wir sollten über diese strikte Forderung nicht so erstaunt sein. Sie ist nicht die einzige ihrer Art in der Bibel. Sagte Jesus nicht auch: "Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde, wo Motte und Fraß zerstören und wo Diebe durchgraben und stehlen; sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Fraß zerstören und wo Diebe nicht durchgraben noch stehlen!" (Matthäus 6,19)?
"Alle Gläubiggewordenen aber waren beisammen und hatten alles gemeinsam; und sie verkauften die Güter und die Habe und verteilten sie an alle, je nachdem einer bedürftig war." (Apostelgeschichte 2,44-45)
Der Mann, der allem entsagt, um Christus nachzufolgen, ist kein hilfloser Armer.
1. Er ist arbeitsam. Er schafft fleissig für seine eigenen Bedürfnisse und die seiner Familie.
2. Er ist mässig. Er lebt sparsam, so dass alles, was über die wirklich notwendigen Bedürfnisse hinausgeht, für des Herrn Sache gegeben werden kann.
3. Er beweist Voraussicht. Anstatt auf Erden Reichtümer zu häufen, legt er sich einen Schatz im Himmel an.
4. Er vertraut Gott für die Zukunft. Anstatt die beste Zeit seines Lebens dazu zu verwenden, reichliche Rücklagen für die Zeit seines Alters zu schaffen, gibt er das Beste für den Dienst Christi
und vertraut ihm für die Zukunft. Er glaubt daran, dass, wenn er am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit trachtet, es ihm niemals an Nahrung und Kleidung mangeln wird (s.
Matthäus 6,33).
Manche Leute führen an, dass christliche Geschäftsleuteeine bestimmte Menge Kapital haben müssen, um heut zutage ein Geschäft zu führen. Das ist wahr. Andere Leute wenden ein, dass es Besitztümer gibt, wie zum Beispiel ein Auto, die sehr wohl zur Verherrlichung Gottes benutzt werden können. Das stimmt ebenfalls. Über diese gerechtfertigten Notwendigkeiten hinaus sollte ein Christ aber genügsam und opferfreudig leben, um der Ausbreitung des Evangeliums willen. Sein Wahlspruch sollte sein: "Arbeite schwer, verbrauche wenig, gib viel – und das alles für den Herrn" (A.N. Groves). Jeder von uns steht verantwortlich vor Gott für das, was für ihn "allem entsagen" bedeutet. Der eine Gläubige kann das nicht einem anderen übertragen; jeder Einzelne muss so handeln, wie es ihm nach persönlicher Prüfung vor dem Herrn klar wird. Es ist eine ausgesprochen persönliche Angelegenheit.
Obwohl unser eigenes Leben diesen Prinzipien sehr oft noch nicht entspricht, möchten wir sie doch aufzeigen, weil wir uns ihre Verwirklichung so sehr wünschen.
Das ist es, was Jüngerschaft letztlich auszeichnet. Wer Gott so zur Verfügung steht, lebt zu seiner Ehre und wird auch anderen Menschen zum Segen.
bibelaktuell.ch

