Die Leiden Christi

Wenn wir Christen, uns am Sonntag zum Brotbrechen versammeln, tun wir dies in erster Linie, um den Tod des Herrn zu verkündigen und Seiner zu gedenken. Wir denken nicht so sehr an uns sondern an Ihn. Dies dürfen wir allerdings nicht nur in einer bedächtigen Haltung sondern auch mit grosser Freude tun. Denn Er hat gesiegt - nicht nur für uns, sondern vor allem für seinen Gott und Vater. Als er rief: „Es ist vollbracht“, hatte Er nicht nur das Erlösungswerk, sondern besonders das Verherrlichungswerk Gottes vollbracht. 

Deshalb wollen wir hier über einige Schriftstellen nachdenken, die besonders von all der Not unseres Herrn reden, damit wir mehr für Ihn empfinden und dies auch ausdrücken können.

 

"Er ist wie ein Trieb vor ihm aufgeschossen und wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht. Und als wir ihn sahen, da hatte er kein Aussehen, dass wir Gefallen an ihm gefunden hätten. Er war verachtet und von den Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Gesicht verbirgt. Er war verachtet, und wir haben ihn nicht geachtet. Jedoch unsere Leiden - er hat sie getragen, und unsere Schmerzen - er hat sie auf sich geladen. [...]" (Jesaja 53,2-4)

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„Denn es hat ja Christus einmal für Sünden gelitten (1. Petrus 3,18)

 

Dies ist eine Stelle, die auch von uns spricht, da es unsere Sünden waren, für die Er litt. Aber vor diesem Hintergrund erscheint seine Liebe viel klarer und grösser. Bedenken wir, Er hat für Sünden gelitten, für Deine und meine. Wie schlimm muss es für Ihn gewesen sein, so zu leiden und dass von der Hand Gottes - für Sünden!  

 

"Rette mich, Gott, denn Wasser ist bis an die Seele gekommen. Ich bin versunken in tiefen Schlamm, und kein fester Grund ist da; in Wassertiefen bin ich gekommen, und die Flut schwemmt mich fort." (Psam 69,2-3)

 

Der Herr empfand eine solche Not, die wirklich seine ganzen Empfindungen traf (bis an die Seele). Und wenn schon die Wasser an die Seele reichen, was physikalisch unmöglich ist, spricht das bildlich von sehr grosser Not. Auch der fehlende Grund redet davon. Wie verzweifelt ist ein Mensch, der tatsächlich so im Schlamm versinkt, dabei an den Tod denkt und voller Angst ist! Der Herr hat schreckliche Leiden durchleben müssen!

 

„Und fing an, betrübt und beängstigt zu werden. … Meine Seele ist sehr betrübt bis zum Tode“ (Matthäus 26,37-38)

 

Hierin kommt klar zum Ausdruck wie vollkommen der Herr Jesus Mensch gewesen ist. Der Herr hatte eine heilige Abscheu vor der Sünde, zu der Er nicht gemacht werden wollte. Daher auch die Worte: „Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir weg“ (Lukas 22,42)

 

Aber Er musste zur Sünde gemacht werden und seine Empfindungen darüber waren so tiefgehend, dass sein Schweiß wie große Blutstropfen wurde, die zur Erde herabfielen (Lukas 22,44). Aber mit dieser Tatsache, zur Sünde gemacht zu werden, ging auch das Gericht Gottes einher, das der Herr ebenso vollkommen empfunden hat, indem Er wusste: „Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen“ (Hebräer 10,31)

 

„Tiefe ruft der Tiefe beim Brausen deiner Wassergüsse; alle deine Wogen und deine Wellen sind über mich hingegangen“ (Psalm 42,8)

 

Hiermit beschreibt der Herr, wie gross die Not des Gerichtes gewesen ist. Tiefe kam auf Tiefe, keine Minderung, nein, alle Wogen und Wellen! Kein Ausruhen, keine Linderung, kein Erbarmen! Der Herr hat es wirklich zutiefst empfunden, was Schmerz bedeutet.

 

„Der Hohn hat mein Herz gebrochen“ (Psalm 62,21)

 

Denken wir nur an die Worte: „Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten. Er ist Israels König; so steige er jetzt vom Kreuz herab, und wir wollen an ihn glauben. Er vertraute auf Gott, der rette Ihn jetzt, wenn er ihn begehrt; denn er sagte: Ich bin Gottes Sohn.“

 

Das war nicht nur eine grosse Versuchung, sondern auch eine schmerzbereitende Schmach: Da sagen Menschen, dass Gott sich gar nicht um den Herrn Jesus kümmere und Er somit gar nicht Gottes Sohn gewesen sei. Es sah so aus, da Gott Ihn eben nicht rettete. Dem Herrn hat es ganz sicher weh getan, dass es so aussah, als wäre Gott nicht mit Ihm. Und wenn wir darüber nachdenken, dass schon der Hohn das Herz des Herrn brach, was ging dann in Ihm vor, als Gott Ihn verliess und strafte? „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

 

„Denn der Lohn der Sünde ist der Tod“ (Römer 6,23)

 

Denken wir auch noch darüber nach, dass der Herr Jesus ein Anrecht hatte auf das Leben, da Er nie gesündigt hat. Und doch musste Er prophetisch klagen: „Er hat meine Kraft gebeugt auf dem Weg, hat verkürzt meine Tage.
Ich sprach: Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage!“ (Psalm 102,24-25). Das war auch ein Leiden, das der Herr mehr empfand als wir meinen, denn der Tod war und ist etwas Schreckliches.

 

Und so hat der Herr sowohl den Tod geschmeckt: Er war drei Tage in dem Herzen der Erde (Matthäus 12,40) und drei Stunden völlig verlassen von Gott.

 

„Größere Liebe hat niemand als die, dass er sein Leben hingibt für seine Freunde.“ (Johannes 15,13)

 

Ansporn zum weiteren Studium

Selbstverständlich kann diese kurze Aufzählung beliebig erweitert werden und möge der Herr es auch schenken, dass wir alle auch wirklich danach verlangen. Nicht nur empfinden wir mehr für Ihn, wir sind dann auch in den himmlischen Örtern, sammeln Schätze für die Ewigkeit und die Erde und sind darüber hinaus viel glücklicher und entschiedener.

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Quelle*: www.bibelpraxis.de

*Text teilsweise angepasst.