Religion(en) - der Weg zu Gott? (2)

Wir Menschen sind die einzigen irdischen Wesen, die nach dem Sinn fragen. Uns bewegen drei Grundfragen: Woher komme ich? Wozu lebe ich? Wohin gehe ich?

 

Wir werden immer öfter mit Menschen konfrontiert, die den christlichen Glauben mit anderen Religionen vermischen. Daher müssen wir uns mit den Strömungen unserer Zeit auseinandersetzen; diese sind zB. Aussagen wie: "Alle Religionen sind gleichwertig" oder auch "es gibt keine richtige Religion".

 

Zuerst müssen wir den christlichen Glauben von den Religionen, Ideologien und Sekten ganz klar trennen. Es gibt bestimmt Christen, die den christlichen Glauben als Religion sehen, jedoch stellt sich dann die Frage: Bring ich damit nicht noch mehr Durcheinander? Will ich wirklich den christlichen Glauben eine Religion nennen?

 

Der christliche Glaube ist nicht eine Funktion der Unwissenheit. Diese ändert sich nicht durch philosophische Reflexionen, sondern allein in der Hinkehr zu Jesus Christus, die die Bibel als Bekehrung bezeichnet. Dem nichtbekehrten Menschen sind Fragen des Glaubens eine Torheit (1 Kor 1,18), und er kann sie nicht verstehen (1 Kor 2,14). Der von Christus erfasste Mensch jedoch wird in alle Wahrheit geleitet (Joh 16,13), sein Glaube hat ein festes Fundament (1 Kor 3,11), und sein Glaube ist etwas äusserst Gewisses:

 

"Der Glaube aber ist eine Wirklichkeit dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht." (Hebräer 11,1)

 

Wissen und Glauben

Heute zählt Wissen. Exaktes, fundiertes Wissen. Hieb- und stichfest muss es sein. Glauben ist nicht mehr gefragt, ist altmodisch, hoffnungslos überholt.

 

So oder ähnlich kann man es hören. Doch, was ist Glauben eigentlich? Die landläufige Vorstellung davon ist, man könne nichts genau wissen, alles seien nur vage Vermutungen. Genau das erlebt man tagtäglich: Ich "glaube", dass morgen schönes Wetter sein wird. Das heisst, ich weiss es zwar nicht genau, aber ich nehme es an. Vielleicht regnet es auch in Strömen. Dann habe ich Pech gehabt.

 

Ist Glauben "Nicht Wissen"? Nein, die Bibel meint etwas ganz anderes, wenn sie von Glauben redet! Im Sinn der Bibel ist dies kein Vermuten und kein ungenaues Ahnen, kein Nicht-Wissen, kein Gefühl oder etwas ähnliches. Glauben, wie die Bibel es meint, ist keine Glatteis-Situation, die der ich im nächsten Moment ausrutschen kann. Der biblische Glauben ist vielmehr der stärkste Gewissheitsgrad. Er ist eine feste Überzeugung. Die Bibel, das Wort Gottes stellt rundheraus fest: "unser Erkennen, unser Wissen ist stückweise" - und führt dann fort: "Nun aber bleibt Glaube!"

 

"Doch ich weiß: Mein Erlöser lebt; und als der Letzte wird er über dem Staub stehen" (Hiob 19,25)

 

Glauben und Verstand

Aber es denke nun niemand, die Bibel würde Wissen und Verstand geringachten. Wenn sie zum Glauben auffordert, dann fordert sie nicht dazu auf, unseren Denkapparat auszuschalten. Mit dem Verstand soll man denken, nachdenken, und zwar nach Gottes Wertmassstab. Deshalb hindert der Glaube nicht meinen Denkarbeit, er steigert sie. Aber: Nicht durch Denken werden wir errettet, sondern allein durch Glauben. Wie viele haben sich an diesem "Stein" verschluckt: Glauben ist unzumutbar für den modernen, denkenden Menschen. Dabei ist es ganz anders. Glauben ist nicht weniger wert als Wissen. Es ist etwas anderes, es ist mehr.

 

"Ich will nachdenken über all dein Tun, und über deine Taten will ich sinnen." (Psalm 77,13)

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Teilquelle: Traktat von vdhs.com